Eine Heilfasten-Erfahrung

 

    Lesedauer: 10 Minuten

 

 

Nachdem ich mich in den letzten Monaten intensiv mit Ernährung beschäftigt und auch eine vegane Phase von vier Wochen eingelegt hatte, die mir wirklich gut tat, habe ich beschlossen, dass es Zeit wäre für ein neues Experiment: Kann ich, ohne Gruppe oder Anleitung, eine Woche allein Heilfasten?


Informationsquelle Bücher

 

Zunächst habe ich angefangen wie immer: Ich habe mir einige Bücher aus der Bibliothek zum Thema Fasten ausgeliehen. Das waren verschiedene Titel, und allen war gemeinsam, dass sie einen Fasten-Ansatz in den Vordergrund gestellt haben. Dabei waren in meinem Fall das Buchinger-Heilfasten, das Fasten nach F.-X. Mayr und das Säure-Basen-Fasten. Das Buch von Margot Hellmiß „Natürlich und sanft entgiften“ hat mir am besten gefallen, und es erschien mir auch am leichtesten in Eigenregie umsetzbar, so dass ich mich dafür entschieden habe. Dazu sei gesagt, dass Frau Hellmiß in ihrem Buch auch wirklich dazu ermutigt, dass Menschen, die noch nie gefastet haben, dies auch allein tun können. Und das stimmte auch – ich fühlte mich von dem Buch toll begleitet und habe es geschafft. Zunächst hatte ich aber großen Respekt vor dem Fasten. Ich hatte einfach nie genug Zeit, es ordentlich vorzubereiten, und immer waren da nette Termine oder Einladungen zum Essen, die ich dann hätte ablehnen müssen. Daher habe ich es schließlich mit nur einem Tag Vorbereitung kurz vor Ostern gemacht – einige Tage mehr als mentale Einstimmung hätten gut getan, und wie sich später rausstellen sollte, hätte ich auch aus persönlichen Gründen gut einen anderen Zeitpunkt wählen können, dazu später mehr.

 

Warum Heilfasten für mich?

 

Beim Heilfasten stand für mich im Vordergrund, dass ich meinen Körper mal von zu vielen unterschiedlichen Reizen entlaste. Außerdem erhoffte ich mir, auch wenn in allen Büchern stand, darauf sollte man nicht bauen, eine zusätzliche Gewichtsabnahme – und das habe ich auch erreicht.

 

Vorbereitung

 

Wie oben schon beschrieben, kam die Vorbereitung etwas zu kurz. Margot Hellmiß hat alles gut und übersichtlich beschrieben, allerdings musste ich mir die ganzen Mittelchen (wie Basenpulver, Artischockensaft, Bittersalz und Heilerde) aus verschiedenen Listen zusammenschreiben, das war etwas aufwändig. Alles zusammen zu bekommen, war auch nicht so einfach, weil ich im Drogeriemarkt, im Bioladen und im Reformhaus immer nur einen Teil bekam. Bestimmt kann man viele der Dinge, die man braucht, auch im Internet bestellen, aber insbesondere bei Bio-Läden und Reformhäusern bin ich ein großer Freund davon, vor Ort einzukaufen, damit diese Geschäfte auch in Zukunft noch ihr spezialisiertes Angebot machen können.

 

Wichtig für das Fasten nach F.-X. Mayr ist auch, dass man Kursemmeln vorbereitet, die einige Tagen trocknen müssen. Damit sollte man auch rechtzeitig anfangen.

Am Ende hatte ich, allerdings inklusive sehr hochwertiger Lebensmittel, ca. 70 Euro ausgegeben. Wer also denkt: „Ich esse ja nichts, also wird es eine günstige Woche!“, der irrt.

Die Zubereitung der Basenbrühe hat fast zwei Stunden gedauert, und da ich sie am ersten Tag nicht mehr kochen konnte, habe ich sie auch vorbereitet. Dafür hätte ich gut etwas mehr Zeit einplanen können.

 

 

Die Fastentage

 

Bevor der erste Fastentag kam, habe ich mir handschriftlich einen Tagesplan für den ersten, zweiten, dritten und vierten bis sechsten Fastentag gemacht. Wenn man den Anleitungen von Frau Hellmiß folgt, hat man nämlich über die verschiedenen Tage hinweg ganz schön viele Zusatzstoffe zu nehmen und zu beachten. Mir fiel es nicht so leicht, da den Überblick zu bewahren, und alles rechtzeitig zu nehmen. Außerdem muss man Wechselwirkungen zu vielleicht eingenommenen Medikamenten beachten, dafür sollte man am besten vor seinen Arzt fragen. Wer zum Beispiel empfangsverhütende Mittel nimmt, sollte darauf achten, sie nicht im Zusammenhang mit abführenden Mitteln wie Bittersalzen einzunehmen.

 

Am ersten Fastentag, dem Entlastungstag, dachte ich noch: Das sind ja ganz normale Sachen, die ich da esse. Es war allerdings so, dass ich an diesem Tag noch einen Feldenkrais-Workshop gebucht hatte, der am späten Vormittag startete. Ich hatte Mühe, rechtzeitig alles vorzubereiten, um mein Mittagessen (Salat und Reis) mit zum Workshop zu bringen, und während des Workshops war mir vor Hunger teilweise recht übel. Nach dem Mittagessen ging das deutlich besser, und das war eigentlich auch schon das Blödeste, was in der gesamten Woche passiert ist. Das viele Trinken wird mir immer schwer fallen, daran musste ich mich immer wieder selbst erinnern.

Mein Fastenzeitpunkt war nicht so gut gewählt, weil unsere Tochter am Freitag vor dem Fasten überraschend Fieber bekam und dies auch in der diesjährigen Grippewelle eine Woche anhielt. Während ich also geplant hatte, in der Fastenwoche regelmäßig zu meditieren und auch Gymnastik oder lange Spaziergänge zu machen, saß ich zu Hause bei ziemlich schlechtem Wetter mit einem mehr oder weniger kranken oder gelangweilten Kind. Das hat meiner Fastenruhe nicht gut getan, und Sport habe ich auch nicht hinbekommen. Aber ansonsten habe ich alles geschafft.

Am ersten Fastentag am Abend war ich verärgert, verstimmt und ziemlich hungrig. Diese schlechte Stimmung habe ich danach während der gesamten Woche nicht mehr gehabt, auch den Hunger nicht.

Die Fastentage selbst, an denen ich nur getrocknete Brötchen, Milch und Brühe zu mir genommen habe, sind mir erstaunlich leicht gefallen. Es hat mir auch gefallen, die Bissen bewusst und sehr lange zu kauen. Auch, wenn sich das leider nach dem Fasten nicht erhalten hat (und unsere Tochter immer ungeduldig fragte: „Isst du immer noch?“).

Insgesamt habe ich mich auf das Fastenbrechen zwar gefreut, es aber nicht herbeigesehnt. Nach den sieben Fastentagen war ich sehr stolz, dass ich es geschafft hatte, ohne zu leiden. Und ich hatte 2,5 Kilogramm abgenommen, die ich auch nicht wieder zunahm.

 

 

Das Fazit

 

Im Nachhinein habe ich bei Prof. Michalsen gelesen, dass er empfiehlt, das Fasten nach F.-X. Mayr ohne die Milch zu absolvieren, und würde das heute auch so machen. Ebenfalls würde ich auf die Vitamintabletten verzichten und auf das Basenpulver, weil ich mittlerweile glaube gelernt zu haben, dass der Körper beim Fasten eben gerade übersäuern soll. Wirklig eklig fand ich den Brottrunk (den ich nur gekühlt trinken konnte) und den Artischockensaft. Sauerkrautsaft gehört ebenfalls nicht zu meinen Favoriten, und das Bittersalz müsste ich nicht dauerhaft haben. In jedem Fall jedoch werde ich wieder heilfasten, beim nächsten Mal vielleicht sogar nach Buchinger (also nur mit Flüssigkeiten).

 

Ich empfehle, den Start auf jeden Fall auf freie, möglichst nicht verplante Tage zu legen. Am dritten oder vierten Tag hätte ich ohne Weiteres wieder arbeiten gehen können, außer, dass die vielen Mittelchen dann immer zwischendurch genommen werden müssen. Mein Wohlbefinden hätte das auf jeden Fall zugelassen. Ich würde beim nächsten Mal auch versuchen, mehr Sport zu integrieren. Spirituelle Aspekte habe ich dieses Mal nicht integriert, würde es aber beim nächsten Mal versuchen. In jedem Fall kann ich das Fasten nur empfehlen, auch als völlig Unerfahrener und allein Fastender.

 

Ich hoffe, ich habe euch Mut gemacht, es auch mal zu versuchen. Bis zum nächsten Blog!

 

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